Travis Doolins World wird es nicht geben
Travis Doolins World wird es nicht geben
Manche Dinge muss man einfach mal aufschreiben, damit sie aus dem Kopf raus sind. Besonders wenn einem die Szene mal wieder genau das geliefert hat, was sie am besten kann: Vorhersagbares Drama.
Wie so viele vor mir bin ich auf genau die Leute reingefallen, vor denen mich gefühlt die halbe Red Death RP Community schon Monate vorher gewarnt hatte. Ich habe es trotzdem versucht. Weil ich mir gern selbst ein Bild mache und weil ich dachte, bei mir wäre es vielleicht anders.
Nach meiner Europareise habe ich ernsthaft Geld in die Hand genommen – einen Server gekauft, knapp 250 Scripte und MLOs dazu. Ich habe angefangen, an einem kleinen Projekt zu basteln, das ein bisschen an die alten, guten Unchained-Zeiten anknüpfen sollte. Es sprach sich rum, es kamen Leute dazu. Das hat mich ehrlich gefreut.
Dann stießen ein paar alte, sehr bekannte Namen dazu. Darunter eine Dame, die in der Szene ungefähr so einen Ruf hat wie ein offenes Feuer in einer Streichholzfabrik. Ich wollte mir wie immer mein eigenes Bild machen und ließ mich auf sie ein. Sie investierte eine nicht ganz unerhebliche Summe in weitere Scripte – mit der ausdrücklichen Ansage, dass sie weder mitmachen noch je etwas zurückhaben wolle, falls es nicht klappt.
Tanja und ich fanden das so nicht in Ordnung. Wer mich kennt, weiß: Wenn es mir finanziell gut geht, bin ich eher der Geber als der Nehmer. Also nahm ich sie als Stellvertretung mit ins Boot.
Das war, wie mir hinterher ungefähr jeder bestätigte, ein extrem ambitionierter Fehler.
Sie brachte einen DEV mit, von dem ich als relativer Neuling tatsächlich einiges lernen konnte. Leider kam mit ihm auch die Erkenntnis mit, dass anscheinend alles, was ich machte, Müll war. Mein Support-Team sei Schrott, vor der Dame solle ich mich in Acht nehmen und die Community sei sowieso toxisch und hätte schon sein letztes Projekt zerstört. Ich habe mir das angehört, freundlich genickt und es gedanklich in die „später mal drüber nachdenken“-Schublade gelegt.
Nach zwei Monaten gingen wir mit einem Testserver online. Ich hatte richtig gute, engagierte Tester dabei, die viel Zeit investiert haben. Die Dame war verständlicherweise meist mit ihrem echten Job beschäftigt – bis auf den einen Tag, an dem sie frei hatte. An diesem denkwürdigen Tag schaffte sie es innerhalb kürzester Zeit, elf engagierte Leute zu vergraulen. Ab da gab es plötzlich „meinen“ und „ihren“ Support. Meiner war natürlich Müll, ihrer großartig. Ihr DEV war sowieso der Beste.
Trotzdem mochte ich den Kerl. Und weil er ständig betonte, er wolle kein Geld, habe ich ihm zweimal etwas überwiesen – einmal für die Kinder zu Weihnachten, einmal im Januar. Kam vom Herzen. So bin ich halt.
Mitte Januar kam dann die Ansage: Er mache jetzt auf seinem eigenen Server weiter, weil meiner plötzlich „schrott und defekt“ sei. Obwohl die Anfängerfehler, die ich gemacht hatte, längst behoben waren. Ich war raus aus den DEV-Arbeiten.
Während ich die Dame ihren Job machen ließ, habe ich von November bis Mitte Januar täglich 10–12 Stunden in den Server, die Community und die Vorbereitungen gesteckt – neben meiner eigenen Arbeit. Man hatte mich ja gewarnt.
Dann kam der März/April, und wie jedes Jahr musste ich für meine Firma ins Ausland auf Messen und zu Kunden. Das war seit November allen bekannt. Ich hatte klar gesagt: Ich habe unterwegs kaum Discord, kann maximal ein- bis zweimal die Woche reagieren. Trotzdem wurde plötzlich erwartet, dass ich täglich Scripte update und zu Gesprächen erscheine.
Ich habe trotzdem zweimal die Woche alles gemacht, was möglich war. Als ich Mitte April früher als gedacht wieder zu Hause war, wurde es erst richtig lustig.
Auf einmal standen im Discord Verleumdungen wie: „Ich musste ihn finanziell unterstützen, weil ihm das Geld ausgegangen ist.“ (Wer mich auch nur halbwegs kennt, hat an dieser Stelle vermutlich aufgehört zu lesen. 200 werden müsste ich schon, damit mir vielleicht mal das Geld ausgeht.)
Oder: Ich hätte User vertrieben. (Die meisten hatten sich bei mir persönlich verabschiedet – entweder wegen der Dame oder weil sie mit dem DEV aneinandergeraten waren, der die Community bekanntlich für etwas unterbelichtet hält. Dafür gibt’s sogar Belege.)
Ich habe lange überlegt, ob ich darauf antworten soll. Dann fiel mir ein, dass die Dame so etwas in der Vergangenheit schon öfter mit anderen Teams abgezogen hat. Also habe ich es stehen lassen.
Gegen Mittag war der gesamte Discord weg. Kurz darauf kamen Drohungen auf meine private Handynummer.
Fazit:
Ich hatte mit dem Projekt eigentlich schon im Februar innerlich abgeschlossen, als ich mich als Owner zunehmend ausgeschlossen fühlte. Ich hatte ihr sogar angeboten, dass sie weitermachen kann und ich bei Bedarf noch als DEV aushelfe, falls ihrer abspringt – einfach damit sie was zu spielen hat.
Ihre letzte öffentliche Aussage war, ich sei ein „falscher Hund“ ohne Interesse am Projekt. Danach folgten noch ein paar nette Lügen und Beleidigungen. Und dann hat sie offenbar den Discord gelöscht, weil ich nicht mehr reagiert habe.
Alles in allem: Es ist nur ein Spiel.
Travis Doolins World wird es deshalb nicht geben, weil das Projekt sabotiert, schlecht geredet und am Ende gelöscht wurde. Für mich ist das okay. Ich wollte es nur noch einmal hier festhalten.
Man lernt eben nie aus – oder zumindest lernt man, auf die Leute zu hören, die einen schon vorher gewarnt haben.

